Kommunales Einsatzzentrum

Projekt: Kommunales Einsatzzentrum Radenthein

Nach jahrelangen Vorbereitungen wird die Vision mit der Errichtung des Kommunalen Einsatzzentrums Radenthein, der neuen Heimstätte von Feuerwehr, Bergrettung und Bauhof,
nun Wirklichkeit.

Die FF Radenthein ist eine Stützpunkt-II-Feuerwehr mit übergeordneten Aufgaben (Florianstation, Einsatzzentrale der Stadtgemeinde Radenthein, Füllstation für alle Atemschutzgeräte der Gemeinde, Ausgabestelle für Materialien und Geräte im Katastropheneinsatz, Anlaufstelle bei Blackout, etc.). Das Rüsthaus wurde im Jahr 1943 erbaut, blieb seitdem zum Großteil unverändert und entspricht nicht den aktuellen Einsatzanforderungen. Die Bergrettung Radenthein-Nockberge deckt mit 51 aktiven Mitgliedern ein rund 340 km2 großes Einsatzgebiet ab, welches sich über insgesamt acht Gemeinden von der Turracher Höhe über den Nationalpark Nockberge bis zum Millstätter See erstreckt. Im Zuge des Projektes hat auch die Bergrettung Nockberge Interesse an einem neuen Standort bekundet. Diese ist derzeit in einer Garage im Ortszentrum eingemietet und hat eine problematische Zu- und Ausfahrtssituation. Zusätzlich besteht auch hier seit einiger Zeit ein größerer Flächenbedarf, der am aktuellen Standort nicht erfüllt werden kann. Der Bauhof der Stadtgemeinde erfüllt seit einigen Jahren nicht mehr die Anforderungen einer modernen Kommune und es fehlen die räumlichen Strukturen sowie ein entsprechendes Platzangebot. Dies trifft sowohl auf die Mannschafts- und Büroräumlichkeiten als auch auf die Stellflächen für den Fuhrpark und die Lagerflächen für Baumaterialien zu. Auf Basis der Gespräche mit den Einsatzorganisationen und der Abteilung des Landes für „Fachliche Raumordnung und kommunales Bauen“ sowie unter Berücksichtigung der ersten Vorstudien hat die Stadtgemeinde Radenthein im Jahr 2021 das Grundstück mit der sich darauf befindlichen alten SPAR-Filiale, welches direkt an der Millstätter Straße B98 gelegen ist, erworben und plant seit diesem Zeitpunkt den Umbau in ein Kommunales Einsatzzentrum.

Nachstehende Faktoren waren ausschlaggebend für den Umbau anstelle eines Neubaus:

  • Zentrale Lage der Liegenschaft in der Stadt und direkte Anbindung an die Bundesstraße B98
  • Nachhaltige Nachnutzung eines Bestandsgebäudes
  • Keine neue Bodenversiegelung
  • Vermeidung der Abwanderung von Betrieben aus der Hauptstraße, da kein weiteres Fachmarktzentrum entsteht
  • Keine zusätzlichen Erschließungskosten
  • 5.295 m2 Grundfläche und 1.936 m2 Nutzfläche auf zwei Geschossen bieten großen und einschränkungsarmen Gestaltungsspielraum
  • Fußläufig erreichbarer Hubschrauberlandeplatz für die Bergrettung beim angrenzenden Fußballtrainingsplatz

ALLES UNTER EINEM DACH

  • Erdgeschoss: Fahrzeughallen und Einsatzräumlichkeiten für Feuerwehr und die Bergrettung, Mitarbeiterräume und Büro des Bauhofs sowie gemeinsame Sanitärräume und ein multifunktionaler Einsatzraum
  • Untergeschoss: Fuhrpark, Lagerräumlichkeiten und Werkstätten des Bauhofs

BISHERIGER PROJEKTVERLAUF
Das Konzept wurde der Unterabteilung des Landes für „Fachliche Raumordnung und kommunales Bauen“ im Februar 2020 präsentiert und gemeinsam wurden die weiteren Planungsschritte festgelegt. Daraus hat sich der folgende Projektverlauf ergeben:

  • Auswahl einer Planungsgemeinschaft für die Projektentwicklung
  • Erstellung der Vorstudie unter Einbindung der Einsatzorganisationen und des Wirtschaftshofes
  • Rückkoppelung mit dem laufenden Masterplanprozess für die Ortskernentwicklung Radenthein in den Bürgerbeteiligungs-Workshops
  • Abstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband auf Basis der Richtlinien für den Rüsthausbau
  • Abstimmung der Vorstudie mit dem Land
  • Abstimmung der Einfahrtssituation mit dem Straßenbauamt Spittal an der Drau
  • Laufende Abstimmung und Berichterstattung in den politischen Gremien mit der Fassung des Grundsatzbeschlusses im Oktober 2020
  • Positive Begutachtung und statische Überprüfung der Bausubstanz des Bestandsgebäudes
  • Ankauf der Liegenschaft im Herbst 2021
  • Vorentwurfsplanung und Projektausschreibung in Form eines Architekturwettbewerbes; bis Oktober 2023
  • Vorstellung des Siegerentwurfes und Grundsatzbeschluss im Gemeinderat im November 2023
  • Erarbeitung des Finanzierungskonzeptes gemeinsam mit Abteilung 3 – Gemeinden
  • Detailplanung und Erwirkung der Baubewilligung im Herbst 2024
  • Ausschreibung der Gewerke

KOSTEN & FINANZIERUNG
Die Errichtungskosten betragen nach aktueller Kalkulation € 4 Millionen. Bei einer Gesamtfläche von 2.200 m2 entspricht dies Herstellungskosten in der Höhe von € 1.818 pro m2. Durch
die Unterstützung von Bund, Land und EU, Beteiligungen der umliegenden Gemeinden durch Förderverträge für die Stützpunkterrichtung der Bergrettung, Interessentenbeiträge und
Verkaufserlöse können 75 % der Errichtungskosten finanziert werden. Den größten Anteil davon trägt das Land Kärnten aus dem Gemeindereferat mit € 1 Mio. – herzlichen Dank an Landesrat Ing. Daniel Fellner für die Unterstützung! Für die Stadtgemeinde Radenthein verbleibt ein Finanzierungsanteil von 25 %, sprich € 1 Mio. Deren Ausfinanzierung erfolgt über ein Darlehen aus dem Kärntner Regionalfond, welcher vom Land für Sicherheitsinfrastruktur bereitgestellt wird.


Das Projekt wird unterstützt von Bund, Land und Europäischer Union (LEADER), sowie aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Mustersanierung“ durchgeführt.

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2025